Das pädagogische Duett

Katja, Selina, Leoni und MArkus

Von Kassetten bis zu Streaming-Diensten: Die Evolution des Medienkonsums

Digitaler Alltag - eine echte Herausforderung

01.02.2026 26 min

Zusammenfassung & Show Notes

Markus reflektiert in diesem Podcast über den Wandel des Medienkonsums in den letzten 50 Jahren, beginnend vor seiner eigenen Kindheit in den 70er und seiner eigenen in den 80er Jahren. Er spricht über die Einführung neuer Medien wie Videospielen in den 90er Jahren, die Diskussionen über Gewalt in Videospielen, die Einführung von Smartphones im Jahr 2007 und die Entwicklung von sozialen Netzwerken und Streaming-Diensten. Markus diskutiert auch die aktuellen Trends bei der Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen, betont die Bedeutung einer ausgewogenen Mediennutzung und die Herausforderungen der digitalen Souveränität von Kindern. Er unterstreicht die Notwendigkeit der Vermittlung von Medienkompetenz und kritischer Medienbildung. Markus hofft auf eine restriktivere Gesetzgebung im Bereich sozialer Medien für Kinder und Jugendliche und ermutigt Eltern und Erzieher dazu, digitale Bildung im Alltag zu verankern.

Transkript

Herzlich willkommen zum Pädagoge Schnürt. Mein Name ist Markus und wir nehmen heute alleine auf. Ich bin da, ihr seid da, das muss reichen. Es ist Folge 101. Bei Folge 100 konntet ihr uns alle hören, sehr ausführlich. Und heute mache ich mal wieder was alleine. Nicht, weil niemand Bock hatte, sondern weil es sich dann zeitlich doch nicht ausging. Ist gar nicht schlimm. Wir sprechen heute über Medienkonsum und wie sich der im Laufe der letzten 50 Jahre so verändert hat. Ja, ich kam drauf, weil ich, ich weiß gar nicht, warum ich drauf kam, doch weil es ein Thema in der Arbeit ist. Ich merke schon, wie viel die Kinder konsumieren und was die konsumieren und dass wieder irgendwelche Trendy-Audios gesummt werden. Und ich mich wundere, nein, ich wundere mich nicht, aber es fällt mir auf, dass es mehr geworden ist. Und dann dachte ich mir, ja, mach halt eine Folge dazu. Ja, und wo fängt man da am besten an? Genau, bevor man selbst geboren wurde. So, und wir machen jetzt eine Folge, wo es in den 70ern losgeht bis heute. Ich erzähle ein bisschen was Persönliches. Ich erzähle was über historische Entwicklungen. Es gibt hier und da ein bisschen Studienergebnisse eingestreut, wie sich das verändert hat und genau, welche pädagogischen Herausforderungen und Chancen daraus entstehen, erzähle ich euch auch. Ja, zu direkter Mediennutzung. Ich muss sagen, ich habe es versucht als Video zu machen, aber ich war so herausgefordert heute. Es hat nicht funktioniert. Ich habe mich dann so genervt beim vierten Versuch. Deswegen ganz klassisch nur eine Audio. Fangen wir an. Wir fangen an mit dem Call to Action. Ihr denkt dran. Teilen, liken, kommentieren. Gerne auf allen Plattformen, wo ihr uns hört. Hilft uns. Hilft meiner Motivation, wenn ich sehe, wir hatten gestern den Tag mit der höchsten Downloadrate ever. War irgendwie ganz random mittendrin. War ganz cool. Ja, und jetzt sprechen wir tatsächlich über das Thema. Ja. Wie ging das Ganze los? Ich stelle hier noch das Mikrofon an. Wie ging das Ganze los in den 70er und 80ern? Also bei mir und wahrscheinlich auch bei den meisten von euch, die da schon geboren waren, war Medien noch ein Ereignis. Also 20.15 Uhr nach der Tagesschau irgendwas zu schauen, war schon besonders. Ich kann mich noch erinnern, wie so die ersten Male als Kind, wie ich dann so lange wach bleiben durfte und noch irgendwie Fußball bis zur Halbzeit schauen. Oder wetten das noch schauen. Aber auch nicht bis zum Schluss und als ich das dann irgendwann bis zum Ende schauen konnte. Das war schon toll. Es war, ich meine, Fernsehen war linear und es war begrenzt. Ich hatte, als ich, meine ersten Fernseherfahrungen waren in schwarz-weiß und mit drei Sendern. Das hat sich dann sehr rapide geändert, dank Privatfernsehen. Aber ich hatte meinen eigenen Fernseher erst, da war ich 13, also im Jahr 95. Und damit bin ich wahrscheinlich nicht alleine. Und so hat sich das über die Jahre eben entwickelt. mein Hauptmedium war tatsächlich noch die Kassette. Da vor allem die drei Fragezeichen. Benjamin Blümchen, Bibi Blocksberg, man wird halt älter, TKKG zwischendrin. Ja, und Bücher. Viele, viele Bücher. Das war so das, womit ich aufgewachsen bin. An Medien, also es sind drei Stück. Und wenn das eben nicht verfügbar war, war es nicht verfügbar. Und im Jahre 1990 kam ein viertes Medium dazu. Und das Videospiel, da habe ich ein Sega Master System bekommen mit Sonic und Alex Kidd. Ich kann mich wie heute daran erinnern. Deswegen habe ich vielleicht auch Sonic Telefon, ähm, nicht mit Sonic telefoniert, sondern Sonic tätowiert. Ja, so ging das damals los. Und dann hatten wir vier Medien und das Medium war halt nur nutzbar, wenn der Fernseher frei war. Das Videospiel. So, das ist jetzt natürlich, ich glaube, eine relativ mehr oder weniger typische Medienkindheit in den 80ern und 90ern. Und ich will jetzt gar nicht sagen, dass es irgendwie besser ist oder schlechter oder es war halt anders früher. Es war, die Verfügbarkeit war anders. Das können wir uns einfach so stehen lassen. Ich hatte da einen recht strikten Haushalt. Bei mir gab es wenig bis keine Medien. Ja, ich habe zwar diese Konsole bekommen, aber die Nutzung war eher selten. So, es war so. ja, und in den frühen 70ern und machte man sich. Da vor allem noch Sorgen wegen der Reizüberflutung und da gibt es eine Heidelberger Fernsehuntersuchung, die zeigt, dass Kinder Fernsehen vor allem zur Entspannung und zur Orientierung nutzen. Aufgrund der Länge des Podcast Formats werde ich jetzt nicht auf jede Studie einzeln eingehen, aber man hat sich schon in den 70ern mit dem Thema Fernsehen und Kindern eben auseinandergesetzt und auch in den 80ern. So, und dann kamen die 90er. Also das ist ja so der. Meine Hauptkindheit. Ich meine, ich bin in den 90er und 80er geworden. Stimmt nicht, ich wurde 2018. Auf jeden Fall war das so der große Teil meiner Kindheit. Und was kam dazu? Es explodiert. Das Privatfernsehen kam dazu. Der Sendeschluss wurde abgeschafft. Es kamen immer mehr Konsolen auf den Markt. Also ganz großen Einfluss auf meine Jugend hatte die Playstation und der Gameboy und das SNES, aber vor allem die Playstation. Ich hatte in der Schule Informatik. Es gab, es kam Lernsoftware auf den Markt und Internet kam, ja, also noch mit Modem, noch 56K und und so weiter. Bei mir hat das Internet so richtig einen Einfluss genommen, als DSL kam und nicht ständig eine Leitung belegt sein musste und wir hatten selber auch kein Internet. Ein Kumpel von mir hatte Internet. Ich hatte Internet selbst tatsächlich erst 2004. Zwischendrin mal vier Jahre bei der Bundeswelle. Aber das war jetzt nicht so. Das Thema ja und da habe ich ja, wir haben es halt genutzt und unsere Eltern haben uns wie man, wie man halt mit Teenagern so umgeht, Hauptsache es ist Ruhe und sie haben uns da in Ruhe gelassen. Ja, und da gibt es eine DJI-Studie von 99 Kindheit Internet Medien, die zeigte, dass Kinder digitale Medien zunehmend aktiv gestalteten und die frühen Kinderstudien belegen, dass Videospiele räumlich mehr denken und problemlöse Fähigkeiten fördern können. Mensch, wer hätte es gedacht? Und internationale Medien. Metastudien, haben halt gerade das Thema Gewalt in Games diskutiert, wobei es da wenig kontextabhängige Effekte gab. Ich meine Gewalt im Videospiel war natürlich das Riesenthema. Im 90er Jahren hatten wir die Killerspieldebatte, die bis heute auch nicht so ganz weg ist. Und das hat auch entstanden. Berechtigung. Also es hat einen Grund, warum manche Spiele ab 18 sind und ich ab 6. Ja, aber es wurde da nie ein endgültiger Zusammenhang hergestellt zwischen Killerspielen und Amokläufen. Kann man einfach so stehen lassen. Die Studienlage gibt es einfach nicht her. Ja, aber es war eine tolle Jugend und Kindheit. Es war halt viel Entdecken und es war dieses... Wir hatten unseren Eltern da auch echt was voraus in der Zeit. Also ich kannte Cammy bis heute besser aus als meine Mutter. Und ich meine, er hatte da auch einfach einen Vorsprung. Ich hatte da einen Vorsprung. Ja, und der ist bis heute natürlich nicht weggegangen. Wenn man sich dieses Medium am Anfang einfach komplett selbst erarbeitet. Ja, und so war das dann. Ja, und ich glaube, so richtig in die Debatte einsteigen können wir in den 2000ern. Also das haben wir uns angeschaut. Vom linearen Fernsehen hin zum Internet. Wir hatten immer noch oft, dass es das Fernseher in Kinderzimmern jetzt nicht die Regel waren. Ich hatte mit 13 einen, aber ich hatte auch Freunde, die hatten immer noch... Die hatten keinen Fernseher, aber der einzige Fernseher immer noch im Wohnzimmer. Das heißt, es wurde dann mit der Konsole aufgebrochen. Mit 15, 16, 17 hatten wir eigentlich alle einen eigenen Fernseher und hingen dann auch nächtelang vor der Konsole rum. kann man einfach nicht weglügen. Aber der Zugang war noch beschränkt. Und es war immer noch schwieriger und es war immer noch eine einfache Kontrolle möglich. Weil wenn die Konsole weg war, war die Konsole weg. Wurde sie mir niemals weggenommen. Mit Sicherheit wurde sie mir weggenommen und ich kann mich nicht daran erinnern. Und dann kam die große Veränderung. Die 2000er. Und hier können wir den Finger eigentlich auf ein Jahr legen. Nämlich das Jahr 2007. wirklich alles geändert. 2007 Ab da hat sich kamen Smartphones auf den Markt. Mit dem Smartphone war auch das mobile Internet etwas, was man nutzen konnte. Und man hatte grundsätzlich immer ein internetfähiges Gerät in der Tasche. Vielleicht kommen gleich noch Zahlen, aber ich glaube 98% der Menschen hatten ein Smartphone und immer Internetzugang. Jetzt stelle ich euch gleich noch die Zahlen vor, wie es bei Kindern und Jugendlichen aktuell aussieht mit der Smartphone-Nutzung und mit dem Smartphone-Besitz. 2007 haben wir das große Wendejahr. Weil auch vorher haben medienpädagogische Projekte stattgefunden. Ich kann mich erinnern, ich habe mal ein Projekt gemacht, das nannte sich MULA Multimedia Landschaft Stadt. Da konnte man sich dann für den Kindergarten vier PCs ausleihen und hat die dann geschickt bekommen mit Spielen. Es funktionierte alles mehr so schlecht als recht. Das habe ich gemacht im Jahr 2006. Genau ein Jahr bevor das Smartphone kam. Vor der großen Revolution. Und das war auch schon cool. Da haben die Kinder Löwenzahn gespielt und haben eben diese Lernspiele, von denen ich vorhin gesprochen habe, in den 90ern. Also da ist in dieser Zeit klar, die Leistung ist immer größer geworden von den Geräten und die Sender wurden mehr und auch die Fernsehsendungen haben sich verändert. Aber es war nicht so rasend schnell. Also ich meine, ob ich jetzt wie ich in meiner Jugend Kickers geschaut habe oder dann später Pokémon und Digimon, das, ja, lassen wir jetzt mal dahingestellt sein, ob da jetzt irgendwas von besser oder schlechter ist. Es lief auf RTL 2 und während ich rausgewachsen bin und die Serien, aus denen ich rausgewachsen bin, ausliefen, wie Sailor Moon, Mila, die Kickers, fingen eben neue Serien an, wie Detective Conan und Pokémon und Digimon und One Piece. Und es kam dazu, unterbunden an das Dragon Ball. Aber es war immer noch linear. Wir mussten zu einer gewissen Zeit am Fernseher sein. Wenn wir nicht da waren, haben wir es halt nicht gesehen. Zum Glück gibt es Wiederholungen oder gab es Wiederholungen. So und dieses lineare und es läuft, wenn es läuft und wenn es nicht läuft, läuft es halt nicht, änderte sich dann so Stück für Stück ab 2007. YouTube gab es schon zwei Jahre früher, ab 2005. Wobei ich sagen muss, dass ich auf YouTube sehr viel später aufmerksam geworden bin, glaube ich. Weil noch viele Menschen auch ihre Sachen selbst gehostet haben. Aber es ist voll der Nerd-Podcast. Es soll ein Pädagogik-Podcast sein, ein voller Erinnerungspodcast. Es tut mir leid. So und es kamen dann auch die ersten sozialen Netzwerke, mit denen wir uns ja bis heute rumschlagen, wie SchülerVZ und später Facebook. Alles noch nicht so gesellschaftsverändernd am Anfang. So und dann geht es auch langsam los mit Streaming, dass es das lineare Fernsehen ersetzt, aber nicht ganz langsam. So und da haben wir eben die Studien so in den 2000ern bis 2010. Die Internetnutzung schießt nach oben bei den Kindern. Das Internet ist einfach da. Es ersetzt immer mehr das Fernsehen als Medium und es wird genutzt, genutzt, genutzt. Also wir hängen bei Facebook. Hier wird es wieder anekdotisch. Es gab Sachen wie ICQ. Wir haben uns am Nachmittag nach den Hausaufgaben, während den Hausaufgaben, vor den Hausaufgaben am PC, also Kumpel von mir an seinem, ich irgendwann an meinem und dann haben wir via ICQ Spiele gespielt. Es gibt 2010 EU Kids Online erste Stimmen zum Thema Cyberbullying. Genau, es gibt klar Wissenszugang, Kreativität, alles mögliche im Internet, aber auch die Schattenseiten waren von Anfang an da. Ja. Und dann wurde eben sowas gemacht für den Internetführerschein. Habe ich gemacht. Es wurde mit den Kindern erforscht. Es wurde mit den Kindern gesprochen. Ich habe ein Projekt gemacht zum Thema, damals noch zum Thema Fernsehen. Was ist gut? Was ist eine schlechte Serie? Was ist gut? Für euch war es nicht. Woran könnt ihr es erkennen? Und es wurde dann eben immer schneller, immer mehr. Ja, und wo sind wir heute gelandet? Heute haben wir eine Kindheit mit Algorithmus. Also TikTok, Instagram, YouTube Shorts ist einfach bei den Kindern. Die Kinder haben Telefone. Also 55% der 6- bis 13-Jährigen besitzen ein eigenes Smartphone. Und die Studie ist auch schon wieder zwei Jahre alt, drei Jahre alt. 70% nutzen regelmäßig YouTube. Das ist wahrscheinlich runtergegangen und dafür wird da jetzt TikTok stehen. Und 30% haben bereits Kontakt mit problematischen Inhalten. So bei den Jugendlichen. 94% der 12- bis 19-Jährigen haben ein Smartphone. Die tägliche Bildschirmzeit beträgt im Durchschnitt 224 Minuten. um die 4 Stunden. Also es sind Das hatte ich früher in der Woche. Und nicht, weil ich nicht durfte. Es gab einfach. Nichts. Also diese... Immer, dass immer etwas verfügbar ist. Ich will gar nicht auf meine Bildschirmzeit schauen. Die ist natürlich auch viel zu hoch. Weil auch für mich sind die Sachen immer verfügbar und immer verführerisch. So. Das bringt Schattenseiten mit sich. Die DAK hat 2022 gesagt, die hohe Bildschirmzeit korreliert mit Schlafproblemen, Stress, Konzentrationsschwierigkeiten. Klar, eine moderate Nutzung fördert soziale Vernetzung und digitale Kompetenzen. Aber wo ist es da? Wie kriegt man das hin? Also jetzt habe ich 15 Minuten über Herleitung. Ich glaube, das war die längste Einleitung, die ich jemals hatte. So. Ja. Wo kommen wir da hin? Also Kinder sind digital souverän. Heute wachsen die Kinder mit dem Internet auf. Das ist einfach ganz normal. Das ist ein ganz normales Werkzeug. Das ist nichts Besonderes mehr. Aber sie sind auch stärker abhängig von algorithmisierten Feeds. Wir sehen einen Anstieg der... Mediennutzung auch in der Praxis. Wir sehen, dass es... Ich sehe, dass es den Kindern schwerer fällt, zu spielen, die nicht Dinge medial besetzt sind. Also wenn der PC läuft im Alltag, habe ich einen ruhigeren Tag, weil damit können alle was anfangen. Lego ist weniger. Und es ist gerade bei vielen Jungs ist es so, deren Hauptspielzeug mal Lego war in meinem Alltag, ist es fast komplett. Abgelöst worden vom PC. Also diese Kreativität, die man dem Internet mal zugesprochen hat, also dass es Kreativität fördert. Der Algorithmus hat es meiner Meinung nach getötet. Also der Algorithmus zwingt dich ja nicht, Sachen zu finden. Der Algorithmus zwingt dich immer dran zu bleiben und nicht und nichts anderes mehr zu machen. Es wird, glaube ich, keine besonders positive Folge. Merke ich so nach 16 Minuten. Also nochmal die übergreifenden Trends zusammengefasst, bevor wir dann in die Praxis gehen. In den 70ern und 80ern war der Medienzugang knapp. Die Form war linear. Es war stark kontrolliert, weil es einen Fernseher gab. Und die pädagogische Herausforderung war, Medien überhaupt erstmal zu verstehen. Also was passiert da eigentlich? In den 70ern stammt auch noch nicht über ein Fernseher. Es war noch nicht allumfassend, das digitale Medienerlebnis. In den 90ern wurde der Medienzugang mehr. Es gab mehr Geräte, es gab mehr Möglichkeiten, es zu nutzen. Die Medien wurden interaktiv dank Computerspielen. Die Elternkontrolle wurde weniger. Also ich kann jetzt sagen, beim Thema Videospiele, da waren, war meine Elterngeneration, die war da raus. Die konnte da nichts mehr zu sagen. Es gab so eine Balance zwischen Spielen und Fernsehen. Weil Spiele waren a teuer, waren nicht immer verfügbar und der Fernseher war nicht mehr da. Der war halt auch reizvoll. So seit den 2000ern sind die Medien allgegenwärtig. Es ist digital. Die Elternrolle sinkt und sinkt weiter. Wir mussten die Kinder fit machen fürs Internet. Internetführerschein. Was passiert da? Welche Seiten sind gut? Welche Seiten sind gefährlich? Und dann heute ist es permanent da. Es ist nicht wegzudenken. Egal wo wir unterwegs sind, wir sehen irgendwo jemanden. Der gerade Medien konsumiert. Es ist algorithmisiert. Wir kriegen immer gesagt, was uns gefällt. Wir kriegen immer Sachen gezeigt, die uns gefallen. Wir müssen nicht mehr suchen. Der Traffic ist auf, das ist vielleicht sechs Seiten zusammengeschrumpft. Da habe ich jetzt keine Zahlen zu da, aber ja, es ist nicht mehr wie früher, dass man sich Sachen rausgesucht hat und im Internet gesurft ist. Heute geht man auf eine Seite, nämlich TikTok, Instagram und verbringt dann den Rest seines Tages. Die Elternrolle ist komplex. Die Angebote sind vielschichtig. Es ist schwierig, wenn die neuen Trends kommen, und das ist nicht nur die Eltern, sondern auch wir Pädagogen, einen Überblick zu behalten. Was ist gerade Trend? Was ist gerade angesagt? Was gucken die Kinder und Jugendlichen? In welche Richtung geht es gerade? Und wir wechseln ja hier im Monatstakt zum Teil ab. Und die große Aufgabe ist heute Medienbildung, kritische Medienbildung, und Medienresilienz, also sich auch den Knopf drücken können, also den Ausknopf drücken können, also den Medien widerstehen zu können. Und on top kommt dann noch das ganze Thema AI, zu dem ich gerade noch nichts sagen kann. So. Und das heißt, unsere Aufgabe in der Praxis ist Medienkompetenz, Medienkompetenz, Medienkompetenz. Der wichtigste Schutzfaktor überhaupt war, von Lüge unterscheiden zu können, dass wir Erwachsene, Eltern wie Pädagogen, das mit den Kindern zusammen machen. Also nicht das verteufeln, sondern es uns erklären lassen von den Kindern, uns dafür interessieren. Digitale Angebote in der Einrichtung machen, die die Kinder zusammen wahrnehmen können, weil die Kinder spielen gerne Videospiele immer noch, und ich darf gerade wieder den Funktionsraum planen, und es wird ein digitaler Funktionsraum, in dem die Kinder spielen können, in dem also es ist kein digitaler Raum, es ist ein physischer Raum, in dem aber digitale Angebote stattfinden werden, und da wird es Konsolen geben. Und es wird für Kinder die Möglichkeit geben, gemeinsam Games zu nutzen, die aber kuratiert sind, wo sie gemeinsam Spaß haben können, und auch ein gemeinsames Ziel haben und gemeinsam etwas erreichen können. Und nicht nur konsumieren, also versuchen so einen Schritt zurück zu machen. Es ist krass, dass das inzwischen schon retro ist, weil Interaktion gar nicht mehr so viel ist. Und dann ist natürlich die Qualität der Inhalte oft entscheidender als die reine Bildschirmzeit. Also wenn ich mir eine halbe Stunde Rotz anschaue, habe ich mir trotzdem eine halbe Stunde Rotz angeschaut, der mich qualitativ auch nicht weiterbringt. Und dann ist natürlich ein weiterer Bildungsaspekt ist die digitale Kreativität. Also selbst Videos machen, selber Fotos zu erstellen, das Ganze in einem geschützten Rahmen zu machen, mit jemandem zu sprechen, was ist gut, was kann ich als Kind ins Internet oder als Jugendlicher ins Internet hochladen oder lade ich lieber gar nichts hoch, zu sehen, was passiert mit Inhalten im Digitalen. Also die Herausforderung ist gigantisch an uns, wenn es ums Digitale geht. Die Kinder wachsen in einer Welt, in der Medien nicht mehr zusätzlich existieren, sondern sie sind Grundstruktur unseres Alltags. Wir sehen die Studien zeigen, dass die Risiken vor allem bei fehlender Begleitung entstehen. Man kann Kinder nicht alleine Medien nutzen lassen. Klar, auch die Chancen wachsen durch kreative und reflektierte Nutzung, aber dafür müssen wir die Kinder befähigen. Wir können die Kinder nicht vor Medien mehr schützen, weil sie sind einfach da. Sie sind immer da, es wird vorausgesetzt, dass man sie nutzt, nutzen kann. Es ist wichtig, für die Teilhabe, es ist ein weiteres Kulturgut geworden und wir müssen diese Kompetenz im Alltag vermitteln und sie nicht vor den Kindern weghalten, aber es muss auf eine Art und Weise passieren, dass wir den Kindern Resilienz mitgeben können vor den Medien. So und jetzt sitze ich hier mit meinen 43 Jahren und der seit Jahrzehnten inzwischen Medienpädagogik macht und ich muss zugeben, auch mich hat das Thema so ein bisschen geholt, weil wir sehen, wie schnell sich das technisch und kulturell entwickelt hat, also wie sich die technische Entwicklung zu einer kulturellen Entwicklung wurde und dass Medien heute ein Lernraum sind, ein Sozialraum, Identitätsraum, also wir haben eine digitale Identität heutzutage. Das konnte man sich früher nicht vorstellen und das Entscheidende ist eben nicht, ob Kinder Medien nutzen, weil das werden sie, sondern wie sie die Medien nutzen und wie wir ihnen beibringen, damit umzugehen. Das ist das Wichtigste und dass wir uns darüber Gedanken machen. Also es nicht ablehnen, sondern mit den Kindern darüber sprechen, zuhören, es uns erklären lassen und den Kindern auch hier und da mal was kritisch einordnen, noch öfter was kritisch einordnen und uns selber so gut auskönnen, dass wir Wahrheit von Fake unterscheiden können. Und Liebe zuhören und das ist eine wirklich große Aufgabe, diese Medienkompetenz sich selber anzuerkennen und dann weiterzugeben. Ein ganz persönliches Fazit, ich fand es sehr gut, dass jetzt in Australien soziale Medien sehr eingeschränkt wurden für Kinder und Jugendliche. Ich finde, das sollte generell so sein und ich hoffe sehr auf EU-Recht, dass sich das bald ändert. Nicht, weil ich das nicht beibringen möchte, ich bringe es den Kindern bei, aber ich würde gerne etwas mehr Zeit haben und nicht immer gegen den Algorithmus anarbeiten müssen. Von daher hoffen wir aufsammensweise mal auf die Gesetzgebung und dass da was Vernünftiges passiert und bis dahin bringt euch selber bei, Ohren auf, sprecht mit den Kindern, hört zu und versucht digitale Bildung im Alltag zu verankern, und dass digitale Angebote stattfinden, weil sonst die Kinder in unseren Einrichtungen, verlieren wir weil sie nicht mehr kommen wollen, nur noch rumhängen und es einfach irgendwann echt schwierig wird mit traditionellen Spielangeboten die Kinder zu erreichen oder manche der Kinder zu erreichen. Ich glaube, das war mal wieder... Wenn ich Folgen alleine mache, dann ist es so ernst, habe ich das Gefühl. Egal. Ich hoffe, ihr hattet Spaß bei der Folge. Ich konnte euch ein bisschen was näher bringen. Ihr fühlt euch nicht mehr so alleine mit dem Thema. Und wenn ich irgendwie Quellen rausfinde, die mir geholfen haben, das Thema besser einzuordnen, dann lasse ich es euch gerne zukommen. Bis dahin denkt dran, sharing is caring. Wir hören uns bald wieder. Ciao, ciao. Vielen Dank.